Montag, 25. Januar 2016
Wandern (Ted II)
Wandern war das Ziel der Reise. Es war nicht das Ende oder der höchste Punkt, sonder einfach die Tätigkeit an sich. Und so wanderte er einfach nur umher während er bei sich lag und die Seele über sich aufgeähngt dahinbaumeln liess. Die Wanderung war im Grund nicht wirklich anstrengend, die verschiedenste Dinge, die den Wegrand zäumten waren indes nicht gerade energiesparend. Immer wieder öffnete sich Pfade und Wege, die zwar einerseits einen neuen Geschichtsstrang öffnen konnten, aber ihn auch andererseits gegen die Wand laufen lassen konnten. Er lag wandernd auf seiner Couch und horchte tief in sich hinein, seinen schweren Tritten lauschen und seiner Grazie im Tanzschritt ergözend. Stehenbleiben war nicht seine Art, er musste immer in Bewegung sein, es spielte dabei keine Rolle auf welche Art. Es machte ihn zwar rasend, wenn sich alles immer nur im Kreis drehte, dennoch erfüllte es ihn mit Zufriedenheit, nach doch alles seinen Gang. Und obwohl er seine Beine von sich gestreckt hatte, seine Augen geschlossen auf seine baumelnde Seele gerichtet, so war es ihm zum aus der Haut fahren zu Mute. Rastlos ratlos, aber restlos aufgelöst in Raum und Zeit, zumindest in diesem Moment in der er auf seiner Couch lag.
Freitag, 8. Januar 2016
Vom Finden und Suchen I (Ted I)
Die Kurzsichtigkeit war der Bandwurm, der sich langsam, aber stetig, durch alle Windungen seines Gehirns bohrte, als wäre es sein Dickdarm, der eigentlich nur die Restnährwerte der letzten geistlichen Mahlzeit verarbeiten wollte. Seine Kurzsichtigkeit konnte weder mit Brille noch Linsen oder Laser behoben werden, die Schärfe seines Durchblicks war völlig in Ordnung, viel mehr lag es in der Natur der Sache, die Ideen, Einfälle und Gedanken, aber auch all die Probleme spriessen liess, als wären sie Bäume eines unendlich scheinenden Waldes. Und so blickte er tief vor sein inneres Auge, ohne dabei die gänzliche Tiefe je erreichen zu können, als würde sein Einsehvermögen trocken schwimmen und sein gesunder Verstand ab all dem Durchzug, der durch die Wipfel der Baumpromenade wehte, den Schnupfen nicht abwenden können. Die Nieser benebelten jedesmal aufs Neue seine Sinne, schüttelten ihn durcheinander, als würden all die abgelegten Erinnerungen zu einem grossen Memory-Spiel gehören, das, einmal gelöst, durch denselben Vorgang wieder aufs Neue seine Karten aufzudecken forderte. Aber fair fand er das Spiel schon lange nicht mehr, ohne dass er sich der Unmöglichkeit eines Selbstbetruges wirklich sicher war. Er fand schliesslich immer, was er suchte, und sobald er hatte was er eigentlich nicht wollte, begann er wieder zu finden und begab sich auf die Suche. So drehte er sich im Kreis, immer wieder.
Sonntag, 18. Oktober 2015
Stimmprobe
Es war ein trister vorwochenend Abend. Draussen prasselten die Regentropfen ihre sirengleichen Lieder, drinnen vermischte sich der schweissgetriebene Dunst mit dem dem dichten Rauch der unzähligen nervösgezogenen Zigaretten. Lange hatten wir alle auf diesen Moment gewartet und nun, sassen wir kurz davor in unserem Lokal. Das Licht schummerte, abwechslungsweise grün, blau, orange oder rot von den Wänden - je nach dem in welche Richtung unsere Blicke gerade fielen - als wollten die Lampen der Lichterketten die Zukunt metaphorieren. Wir trafen uns hier zum letzten Mal - zur abschliessende Stimmprobe. Es war der Moment vor dem grossen Augenblick, Prognosen waren aber trotzdem schwierig, Gewissheit würden wir erst am Sonntag augrund des medialen Echos haben - dies war die einzige sichere Gegebenheit. Ruhig schauten wir nochmals über alle Plakate, Bilder- und sonstigen Aufnahmen, die wir als Beispiele vor uns ausgebreitet hatten. Das Werk der Werbetrommel, dem entscheidenden Instrument in unserem Ensemble. Ruhig verteilte ich nun meine Liste - ein Vorschlag - ohne definitive Gültigkeit. Wir wussten alle, dass in den nächsten Minuten oder sogar Stunden noch einiges geändert, addiert und gestrichen werden würde. Aber das gehörte zum Prozess. Wir machten dies nicht zum ersten Mal, trotzdem waren wir alle immer wieder aufs Neue nervös. Trotzdem waren alle auch irgendwie zufrieden, dass alles bald ein Ende haben würde. Die Stunden zogen an uns vorbei und mit ihnen verzogen sich die Nebelschwaden aus Raum und unseren Köpfen. Der Minutenzeiger fungierte an diesem Abend als Schneepflug, der mit jedem Vorwärtsrücken die Sicht und den Pfad freischuf, auf dem wir unentwegt zusteuerten. Schliesslich war es geschafft - wir wussten alle, wir konnten nun nichts mehr ändern. Jetzt wird das Volk über uns und unser Werk, in dem Meinung, Einstellung und Grundwerte - unser Herzblut - steckte, entscheiden. Schweigend, aber mit erhobenen Kopf Richtung Zukunft blickend, verliessen wir unser Bandlokal.
Sonntag, 20. September 2015
Samstag, 15. August 2015
Montag, 23. Februar 2015
Stability (death cab for cutie)
Der Himmel wickelte sich um die Welt als wolle er den Moment fesslen, einspinnen und diesen Cocon vor sich hin schwingen lassen.
Die Luft lies sich nur schwer atmen, als würde sich mit jedem Zug ein ganzes Geröllfeld durch die Atemwege eine Strasse zur Lunge bahnen.
Der Raum vernebelte die Sinne gleichermassen wie die Sicht, um somit tiefe Einblicke aussichtlos machen zu lassen und der Einsicht die Aussicht zu rauben.
Und während all dies geschah, knarrte das Rad der Zeit Zahn um Zahn vor sich hin, mahlte die Augenblicke zu Sand und liess sie zu kleinen Türmen rieseln. Diese blieben als reglose Haufen auf ihren Platz liegen und leugneten jeglicher Fortbewegung.
... die Welt baumelte still und regungslos vor sich hin ...
... bis ein einziger Windstoss den Sand aufwirbelte, den Rauch in Fetzen riss, die Luft durcheinander mischte und schliesslich grosse Löcher in den Cocon riss.
Die Luft lies sich nur schwer atmen, als würde sich mit jedem Zug ein ganzes Geröllfeld durch die Atemwege eine Strasse zur Lunge bahnen.
Der Raum vernebelte die Sinne gleichermassen wie die Sicht, um somit tiefe Einblicke aussichtlos machen zu lassen und der Einsicht die Aussicht zu rauben.
Und während all dies geschah, knarrte das Rad der Zeit Zahn um Zahn vor sich hin, mahlte die Augenblicke zu Sand und liess sie zu kleinen Türmen rieseln. Diese blieben als reglose Haufen auf ihren Platz liegen und leugneten jeglicher Fortbewegung.
... die Welt baumelte still und regungslos vor sich hin ...
... bis ein einziger Windstoss den Sand aufwirbelte, den Rauch in Fetzen riss, die Luft durcheinander mischte und schliesslich grosse Löcher in den Cocon riss.
Samstag, 14. Februar 2015
Sonntag, 25. Januar 2015
Mittwoch, 16. Juli 2014
Sonntag, 6. Juli 2014
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