Samstag, 25. Juli 2009

Der Tag an dem die Welt Kopf stand

Der Tag an dem die Welt Kopf stand war im Grunde kein besonderer Tag. Es war ein Wochentag wie jeder andere, so bezeichnete ihn jedenfalls der Kalender. Der Tag hatte aber trotzdem mehr zu bieten und dafür musste er eigentlich nur passiv das sein, was er immer war: Schlicht und einfach ein Tag.

Es war der Tag an dem die Welt Kopf stand. Urplötzlich aus dem Nichts drehte sich das Gefüge der scheinbaren Realität um 180 Grad. Es war ein schneller Vorgang, so schnell wie auch unerwartet. Daher konnte sich niemand dem Wandel entziehen, auch wenn er das gewollt hätte. Die Welt stellte sich einfach auf den Kopf.

Wer vorher noch mit beiden Beinen fest auf dem Boden stand, schien plötzlich zwischen Stuhl und Bank zu fallen. Wer vorher noch den Mond anheulte, der wurde nun seinerseits von der Sonne angestrahlt. Wer gerade noch glücklos auf der Verfolgung war, der wurde nun augenblicklich vom Glück gejagt. Wer dachte, er hätte die Weisheit auf seinem Löffel gefangen, dem schien die Luft aus seinem Schloss zu entweichen. Wer sich vorher fest an die Realität klammerte, der erwachte plötzlich in seinen Träumen. Wen das Fernweh plagte, der entdeckte die Welt hinter dem Horizont. Wer sich erst noch hilflos durchs Nichts zu kämpfen hatte, dem wurde die Möglichkeit gegeben, die Sterne in den Himmel zu hängen. Wer sich aber im freien Fall zum bodenlosen Nichts befand, der sah so endlich wieder ein Licht am Ende des Tunnels. Und wer sich bereits im Kopfstand befand, der hing nun mitten drin, mitten in dieser Welt.

Es war im Grunde kein besonderer Tag. Es war ein Wochentag wie jeder andere, so bezeichnete ihn jedenfalls der Kalender. Es war lediglich der Tag an dem die Welt Kopf stand.

Montag, 20. Juli 2009

Helmut

Helmut hatte alles, was ihn eigentlich glücklich machen sollte und Helmut war anders. Helmut war anders als die anderen. Oder die anderen waren anders als Helmut. Der Blickwinkel blieb derselbe und Helmut war die Ausnahme, die die Regel bestimmte. Helmut wollte sein Sein aber nicht passiv hinnehmen, er wollte es aktiv gestalten sowie es alle anderen taten. Er wollte die Täler seines Innern wölben, wollte die Berge, die seinem Ich im Weg standen versetzen, er wollte sich als neuen Stern zu den anderen an den Himmel hängen. Helmut wollte jemand sein wie es alle anderen waren. Helmut war anders.

Helmut ging viel auf den Strassen umher, sass lange Zeit, Tage und auch Nächte, bei Giesskannenwetter wie auch Bruthitze auf der Bank am Platz und studierte die anderen. Er studierte alle anderen. Er beobachtete und notierte, er füllte Seite um Seite seines inneren Auges mit den Bildern der anderen. Er überlegte, formte und notierte. Er zerbracht Träume, um sogleich Neue zu Türmen. Er machte nur dann eine Pause, um sich auf der Terasse seines augenblicklichen Luftschlosses zu sonnen bevor er mit einem gezielten Nadelstich und einem Lautenkrall seine Vision in sich zusammenbrechen liess. Helmut wollt anders sein.

Helmut kramte immer wieder in seinen Erinnerungen. Er bog da und dort gerade, was ihm an sich krumm eschien. Er mache aus Winkeln, geschmeidige Bögen, er setzte da und dort einen um den anderen Zacken in die Krone seines vemeindlichen Glücks. Er war überall und erschuf. Er erschuf sich neu. Helmut liess sich anders werden, anders wie alle anderen.

Eines Tages, es war morgen, der Regen nieselte auf den grauen Asphalt des Alltags, wachte er auf. Er stellte verblüfft fest, als er sich anzog, seinen morgentlichen Kaffee trank, dazu ein spährliches Frühstück einnahm und sich mit seinen Auto auf den Weg zur Arbeit machte, nur um mit allen anderen im Stau zu stehen, das etwas anders war. Er war anders. Er trank eigentlich keinen Kaffee, er ass kein spährliches Frühstück, vor allem nicht früh und er stand sonst eigentlich nie im Stau. Etwas war anders oder war es er, der das etwas anders machte? Helmut hatte sein Ziel erreicht, er war wie alle anderen geworden. Diese Erkenntnis erfüllte ihn mit tiefer Genugtung.

Helmut traf um neun im Büro ein, wie alle anderen. Er startete seinen Computer auf, wie alle anderen. Er arbeitete, machte rechtzeitig Pause, ging zeitlich essen, arbeitete wieder und verliess seine vier arbeitlichen Wände wieder wie es auch alle anderen Taten. Ein schönes Gefühl, fand Helmut. Er sass am Abend da, schaute sich die Sendungen im Fernseher an, die alle anderen auch sahen und genoss sein neues Dasein.

Die Jahre zogen dahin. Helmut war darauf bedacht, seinen Status als gleichgesinnter mit allen anderen nicht zu verlieren. Er versuchte sein Leben nach allen anderen zu richten. Er organisierte sich wie alle anderen.

Helmut war anders als alle anderen, sein ganzes Leben lang. Helmut starb einsam.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Der Hamster in der Kiste

Ein Hamster, keiner weiss so genau wie lange dies nun her sein mag, sass in einer Kiste. Eine braune Holzkiste, messingverkleidete Scharniere zierten sie zu einer aussergewöhnlichen Kiste. Ohne diese Scharniere würde man sie wohl nicht als "ausser" bezeichnen. Im Leerraum der Kiste, ihrem Innenleben, der Welt innerhalb der Welt oder der Welt innerhalb der Kiste, die auf diese, reale Welt steht oder besser stand, in diesem Raum befand sich ein Hamster. Um den Hamster herum war die Luft mit Dunkelheit angereichert, denn durch Lackierung und extremes Präzisionshandwerk war die Kiste eine Kleine hermeneutische Wunderleistung, die kein Licht bis in ihr Inneres dringen liess. Die Dunkelheit war so mit dem Hamster alleine und der Hamster beanspruche diese Dunkelheit nur für sich. Der Hamster war glücklich. Er war glücklich auf der WElt zu sein, er war glücklich ein Dasein zu fristen, bei dem es ihm an Nichts fehlte, er war glücklich sich von Wand zu Wand trollen zu können, er war glücklich die ganzen vierundfünfzig Zentimeter mit seinen vier zerkümmerten Beinchen zurück zu legen zu können, er war glücklich. Er war glücklich der einzige seiner Art in der Welt zu sein, nein, sogar der Einzige überhaupt. Er war aktiv, er war sowohl Nacht wie auch Tag aktiv, da in seiner Kiste diese Unterscheidung der Gezeiten nicht vollzogen werden konnte. Er war aktiv und das störte ihn nicht. In seiner Welt waren alle aktiv, alle ausser der Dunkelheit, diese gab aber sowieso nie einen Laut von sich, auch wenn man sie während des Leermondes anheulte. Und Leermond war häufig, dauernd um genau zu sein, denn die Welt des Hamsters kannte keine Himmelsfirnamente, der Himmel war immer Pechschwarz, nicht einmal ein scheues grau, blau oder funkelndes gelb durchzog die Einöde, der Himmel war wie die Welt, in mysthischen Einton gehüllt. Den Hamster störte dies nicht, er war ja glücklich. Man hätte ihm die Welt ausserhalt seiner Welt auch nicht beschreiben können wie auch, waren für ihn doch Farben wie eine fernöstliche Sprache, die er noch nie gehört hatte, geschweige denn zu entziffern im Stande war. Er musste dies auch nicht, wollte dies auf keinste Weise, er war mit seiner Welt ja glücklich und seine Welt war die einzige Welt.

Das einzige, was sich ihn seiner Welt andauernd verschob, waren die Gerüche. Hatte der Hamster keine Namen für Farben, kein Auge für visuelle Abstufungen, so hatte er eine Nase für die schönsten und feindsten Gerüche. Er wusste nicht genau woher sie in die Welt eindrangen, er wusste nicht genau wohin sie wieder verschwanden, es war ihm auch einerlei, mit seinen Gerüchen war er glücklich. Er roch ob es nun Tag oder Nacht war, auch wenn er nichts von dieser visuellen Relevanz wusste, er roch, dass er nicht alleine war, er roch dass seine Welt nicht die einzige war im ganzen und weiten Nichts seines Universums, er roch es und das machte ihn glücklich.

Und so schlief er fünf Tage später, fünf Tage nach dem er die Dunkelheit seiner Welt entdeckte, friedlich und glücklich ein.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Vier Leben

Er wusste davon. Er wusste auch, dass Katzen, so wurde damals noch behauptet, sieben Leben haben, Menschen hingegen nur eines. Dieser Tatsache bewusst beging er jeden Morgen den gleichen Weg, tat er jeden Tag die gleichen oder immer hin ähnlichen Dinge, kam er jeden Abend nach Hause, kochte, ass, vergnügte sich noch ein Weilchen um auszuspannen und legete sich dann schlafen. Dies war sein alltägliches Allerlei, dies war sein Leben. Er merkte erst später, dass dies nur das Leben Nummer 1 war.

Seine Katze hiess Lava. Er hatte ihr diesen Namen nicht gegeben, viel mehr war es seine Ex-Freundin, die sich auch den kleinen Haustieger angeschafft hatte. Die Katze hatte schon viel durchgemacht, hatte schon viel erlebt, war schon lange weggeblieben von ihrem vertrauten Heim, aber Lava kam immer zurück. Er wusste, Lava hatte sieben Leben und er war wohl nur eine kleine Nummer darin, sein Leben war für Lava nicht die Nummer eins. Er merkte erst später, dass alles, was er mit Lava und somit mit seiner Vergangenheit, die daran gebunden war und die sich doch über 15 Jahre hinweg erstreckte, sein zweits Leben war.

Er langweilte sich, er fand sich selber langweilig, er fand sogar sein eigenens Leben langweilig, früher. Nun wusste er um seine Leben, nun war im bewusst, dass dieses Einerlei noch nicht dem Allerlei seines ganzen Seins entsprach. Er langweilite sich damals, er langweilte sich so sehr, dass er nachts nicht mehr schlafen konnte aus Angst wohl, irgendeinmal an Langeweile elendig zu Grund zugehen. Als er nun eines Nachts so dalag, sich wälzend von links nach rechts und auf dem selben Weg wieder zurück fiel ihm eine Eigenheit an seiner Person auf, die er bisher noch nicht realisiert hatte: Er konnte im Dunkeln sehen. Zuerst glaube er es nicht und dachte seine Müdigkeit, sowie seine Langeweile spielten im Übel mit und riefen Halluzinationen hervor. Später nach verschiedenen Versuchen, nach dem nichtigen Wegbleiben dieser Eigenschaft, nach dem austesten der Grenze dieser Fähigkeit, später merkte er, dass diese Fähigkeit zu seinem dritten Leben geworden war.

Es machte für ihn durchaus Sinn, dass das Leben dreigeteilt war, basierte doch vieles in der Realität der Menschen auf der Zahl drei: Die Welt war 3-Dimensional gebaut, viele suchten Schutz in der heiligen drei Faltigkeit und sogar solche Kleinigkeiten, wie seine Kaffeepause, spielte sich meistens um drei Uhr am Nachmittag ab. Und er hatte drei Leben. Eigentlich mit dem Gefühl der Vollkommenheit seines Daseins, dass es schaffte, seine Selbstzweifel in Luft aufzulösen, hatte er durchaus aber immer noch den Drang, diesem Mysterium seiner drei Leben auf den Grund zu gehen. Er wollte wissen, für was sie standen. Lava war dabei wohl seine Vergangenheit, er wollte schon als kleines Kind einen solchen Kater, er verband viele Erinnerungen nicht nur mit seiner Katze, sondern mit vierbeinigen Haustigern allgemein. Seine tägliche Realität war wohl das Hier und Jetzt, der Moment, die Gegenwart die er vorwärtstrieb mit jedem Schritt den er ging. Diese Gegenwart brauchte eigentlich keine Vergangenheit, war sie doch immer gleich und somit nie aufs Neue überraschend. Er erinnerte sich nie an seine Tätigkeitenb die er durch en Tag vollbrachte, er erlbte sie ja sowieso immer und immer wieder. Es blieb noch seine Fähigkeit ins Dunkle zu sehen und über diese zerbrach er sich stetig den Kopf, diese Eigenschaft war es, die er nirgend einordnen konnte, denn aus der logischen Abfolge von Vergangenheit und Gegenwart müsste, nach dem Prinzip der Zahl drei, nun ja die Zukunft folgen. Aber auch für einen ausgesprochenen Pessimisten wie ihn war das sehen ins Dunkle keine Eigenschaft für in die Zukunft zu blicken. Sie war anders, sie war erfüllender. Er merkte, dass er keine Zukunft hatte.

Viele Jahre verstrichen ohne je eine Antwort auf diese eine Frage gefunden zu haben. Viele weitere Jahre in denen er aber nun sichtbar glücklich lebte, hatte er doch drei Leben und nicht nur eines, wie so viele um ihn herum, dieser Überzeugung war er, innerlich und unsichtbar, nur durch seine besondere Eigenschaft visuell greifbar, war er aber zerissen, war er unvollständig, er war ohne Zukunft. Er liebte jedes seiner Leben, wollte es für nichts hergeben, ausser für die Antwort auf die Frage, wie diese eine Fähigkeit für die Zukunft stehen konnte. Eines Tages nun traf er sie, sprach mit ihr tagelang, später auch nächtelang, sie trafen sich immer öfters, sie kamen sich näher und er lernte sie lieben. Sie entwickelte sich zu einem festen Bestandteil seines Ganzen. Er merkte, sie brauchten einander.

Als er nun alt war und seine Gedanken immer und immer wieder ordnete realisierte er die vierte Dimension. Er merkte, dass er nicht nur drei Leben besass, er hatte vier und sie war seine Zukunft geworden.

Dienstag, 16. Juni 2009

Handlungsspielraum

Es waren unzählige Räume, genau wusste er es nicht mehr, er konnte sie auch auf keinste Weise zählen, war er doch in Raum 42. Einzig die Schlussfolgerung war zulässig, dass das Gebäude oder worin sich sein Raum auch immer befand, aus mindestens so vielen Räumen besthen müsste. Er hatte aber das Gefühl es waren noch mehr, viel mehr.

Der Raum war ein Raum in der er Handlungen tätigen konnte, immer und immer wieder. Durch sein Handeln konnte er den Raum vergrössern, er bekam mehr Platz zum spielen. Das Problem dabei war nun, dass sich um seinen Raum 42 herum und dies brachte ihn erst auf die Idee, dass da noch mehr Räume als 42 sein müssen, denn an alle vier Wände sowie Decke und Boden schien ein weiterer Raum zu grenzen. Das Gefüge verschob sich also andauernd, so mehr er handelte und so mehr die Anderen, er musste annehmen, dass da noch Andere waren, handelten.

Das ganze "Ding" war somit eine Art dreidimensionales Spielfeld in dem sich die Räume gegenseitig verschieben liessen. Wer handelte bekam mehr Freiraum für weitere Handlungen, Handlungen mit mehr Freiraum, waren aber meist ineffiziener als Handlungen, die unter dem Druck der Wände, der Decke oder des Bodens zu stande kamen. Es brauchte somit eine Balance um dieses Spiel zu gewinnen, obwohl, wie war dieses Spiel überhaut zu gewinnen? Diese Frage stellte er in den Handlungspielraum.

Je mehr er über den Sinn dieses Spiels nachdachte, desto mehr vergass er das Handeln, desto mehr wurde er eingeengt, direkt von seinen Wänden, die nun immer näher rückten, indirekt von seinen Gedanken, die immer enger kreisten und seinen psychischen Handlungsspielraum auf eine weise schrumpfen liessen, dass auch sein physischer Spielraum nicht mehr viel her gab. Zusammengekauert sass er da, die Wände an Rücken, Armen und Knien, die Decke drückte von oben auf sein Haupt. Er war nun machtlos zu handeln.

Er wusste immer noch nicht, wie er das Spiel gewinnen konnte, realisierte aber nun, wie man es verlor.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Herkules

Herkules, bekannt durch seine Taten, gefürchtet aufgrund seiner Pfeile, verehrt wegen seiner Listigkeit, hatte Mühe mit seiner 13. Tat. Eine Tat, die in Mythologie sowie Geschichte fast gänzlich unbekannt blieb, war sie doch so unrühmlich wie mühsam zugleich. Herkules nagte fast sein ganzes Leben lang daran und weder List noch Zauberkraft konnten ihm dabei helfen.

Herkules war jung, sehr jong gar, als er zum erstenmal von dieser Aufgabe hörte. Es war Nacht, alle schliefen, auch er säumte die Wege seiner eigenen Träume, als ihm eine unerwartete Gestalt erschien. Kleme nannte sie sich und war die Tochter einer entfernten Verwandten eines noch entfernteren angeheirateten Schwagers des Herkules. Zuerst trauter seinen geschlossenen Augen nicht, er zweifelte an seinem inneren Bild, das sich aufgrund seines schlafenden Zustandes ergeben hatte, er blieb aber in der Szene, zu neugierig war er junge Herkules.

Kleme, in weiss gekleidet wie es sich für eine Göttin ziemte, obwohl sie eigentlich keine war, im Traum von Herkules aber als eine solche erschien, schaute dem schlafenden Jungen tief in die Augen und brachte ihr begehrten vor. Den Regen wollte sie, und nicht irgendeinen Regentropfen, sie wollten den ganzen Regen. Und diesen wollte sie nicht im realen Zustand des fallenden Wassers, sie wollte ihn gebogen.

Herkules erwachte am morgen, unsicher ab der realen Tatsächlichkeit seines Traums. Er machte sich in den folgenden Tagen auf die Suche nach Kelme oder nach den Geschichten, die es um ihre Person gab. Erstaunliches liess sich dabei finden.

-- Fortsetzung folgt --

Sonntag, 24. Mai 2009

Helden

Mitternacht am Mittwoch um zwölfuhrzwei... es ist Zeit... Zeit für Helden.


Heldenzeit: Aus Tierschutzgründen die Katze aus dem Sack zu lasen, dem Hund in der Pfanne psychologische Betreuung zu geben, mit dem Elephant im Porzelanladen eine FDH-Diät zu machen, die Phobie der Taube auf dem Dach zu heilen, jemanden ein Schwein schenken, das man selber noch nie gehabt hat, Pferde von diesem Zeitpunkt an nur noch zu kidnappen, weil stehlen ethisch und biblich nicht vertretbar ist, einer Spinne, die unter einem Burnout leiden, das vertreiben von menschlichem Leid beizubringen und das um fünf Uhr morgens (!!), auf das Dach von SF1 anstelle der roten Fussballknöpfe einen Misthaufen inklusiv krähendem Hahn zu setzen , den Wurm darauf aufmerksam zu machen, dass er einen späteren Vogel abwarten soll, denn auch bei Würmern gilt, die letzten werden die ersten sein, lebendigen Fischen das schwimmen mit dem Strom beizubringen in der Hoffnung, dass sie es im Tode dem Gegenteil gleich tun, im Winter nicht nur eine, sondern einen ganzen Schwarm Schalben zur Sonne schicken und, in der heutigen Tropenzeit von Wichtigkeit, den Schwalbenschwarm im Sommer wieder auf eine zu reduzieren, im Nahen Osten Krähen als Landessymbole verteilen, dem Affen zu liebe die Klappe offen zu behalten, Mäuse auch mal den Speck fangen zu lassen, einen regenbogenfarbenen Topf mit genau solcher Farbe zu nehmen und nachts Katzen damit zu bepinseln, da leuchten dann nicht mehr nur die Katzenaugen, Steinbrück vom Mist herunter zu jagen, Mäusen eine Tanzfläche zimmern, dass sie auch bei häuslicher Anwesenheit von Katen ihrem Hobby fröhnen können, den Bären wieder los zu binden und in die Freiheit zu entlassen, um den Lügen (kurze) Beine zu machen, den Hühnern ihr Witzbuch wegzunehmen, das Schaf im Wolfspelz zu finden, dem mitten in der nacht Steppendem Bär die Schuhe auszuehiehen, ihn Blocher auf die Schultern zu binden und ihm die Schuhe wieder anzuziehen... und das immer noch Nachts..., aus prosozialen Gründen dem anderen, von zweien, auch eine Meise zu schenken, die Made leben zu lassen, um dann mit dem Speck Mäuse zu fangen und so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, auch wenn dabei wiederum ein Affe sterben würde, den Mund zu öffnen und einfach mal auf die gebratenen Gänse zu warten während jemand anderes wieder und immer wieder die Story vom Pferd erzählt, den Hunden das Beissen beizubringen, um ihr Gebelle abzustellen und zu Guter letzt, dem Schwein endlich ne andere Melodie zu zeige.

Sonntag, 10. Mai 2009

Gesellschaft

Frank liebte seine Gesellschaft, er liebte es am Abend, nach einem anstrengenden Tag zurückzukehren und zu wissen, dass seine Gesellschaft zu hause, in seinen eigenen vier Wänden auf ihn wartet. Er liebte es und es gab im Sicherheit.

Frank war ursprünglich der Begründer der kleinen Gemeinschaft, so jedenfalls berichtet es der Legendenerzähler. Der Legendenerzähler war noch nicht lange Teil des Ganzen, doch war es nur von kurzer Dauer, bis er zu einem der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte innerhalb der kleinen Welt und deren Gesellschaft wurde. Der Legendenerzähler war nun die Geschichte, das mysthische Fundament auf das sich die Gesellschaft stützte und begründete.

Frank hatte mit dem Auftauchen des Legendenerzählers seine Postion innerhalb der Gesellschaft verändert. War er vorher der unantastabare Herrscher, der Bestimmer und Lenker, der Denker und Macher, also alles, wonach er sich sehnte, so war er nun, da der Legendenerzähler in sein Leben getreten war und nicht nur in sein, in das Leben aller innerhalb dieses kleinen Universums, nur noch das, wofür der Legendenerzähler ihn über die Leute halten wollte.

War Frank noch zu Anfangszeiten alles, und nichts, je nach dem wie es ihm beliebte, so war er nun zeitlich gebunden an den Willen des Erzählers und dieser erzählte viel. Als hätte er die gesellschaftliche Bibel in 222 Bänden verfasst, als hätte er den ganzen Werdegang mitverfolgt und jedes auch nur so kleine Detail und jede nur so geringfühgige Richtungswechsel der Gesellschaft niedergeschrieben, so gab er mit jeder Legende über die kleine Welt eine neue Rolle an Frank. Und Frank erschrak, jedesmal wieder aufs Neue, wenn er die Berichte über sich und die Seinen hörte. Vieles wusste er nicht, obwohl es ihn anscheinend direkt betraf und obwohl er manchmal sogar direkt und aktiv am verschieben der Handlungsstränge beteilgit gewesen sein sollte. So jedenfalls waren die einzelnen Legenden.

Frank zog sich mit der Zeit immer mehr zurück, wagte es kaum noch in die Mitte seiner kleinen Gemeinschaft zu treten und zu sprechen, wagte es kaum noch Befehle zu erteilen und er hatte Angst davor den Anderen der Gesellschaft in die Augen zu schauen. Zu viel wusste er nun über sich, was er früher lieber nicht erkannt hätte, zu viele Legenden gab es, über ihn, über die Gesellschaft und über die Bande, die die beiden miteinander geschlossen hatten. Legenden sind immer etwas mysthisches und somit grosses, aber Legenden sind nicht immer gut, das wusste Frank in der Zwischenzeit.

Frank kauerte an seinem letzten Tag in der Gesellschaft in der hinteren Ecke seiner Welt, seiner eigenen vier Wände, die Beine angewinkelt, den Kopf zwischen den Knien verstaut und er wartete auf das Urteil. Der Legendenerzähler hatte kurz davor eine Legende zu einer Prophezeiung gemacht, hatte vorausgesagt, dass der grüne kleine Farbstift mit den Bären drauf, das kleine Ding, das als Symbiose aus Farbton und Kuscheltier die Welt von Frank farbenfroh machen sollte, die Macht besass, dem ein Ende zu setzen. "Dem", das wusste Frank nun, war er, der Begründer und ehemalige Herrscher dieser Gesellschaft. Nun war er in der hierarchischen Ordnung nur noch die Nummer zwei, hinter dem kleinen grünen Farbstift, so besagte es jedenfalls die Legende. Und die zweite Klasse, war in seiner Gesellschaft die schlechteste, den bisanhin gab es keine Klassenunterschiede, dachte Frank jedenfalls. Und es sollte auch nie wieder welche geben!

Daher packte Frank Sack und Pack, verliess sein kleines Zimmer, seine Gesellschaft und sichere Umgebung und zog in die weite Welt hinaus ohne sich auch nur nochmals umzusehen. Mit dem Abgang der zweiten Klasse rettete er seine Welt vor Klassenunterschiede und, so glaubte er jedenfalls, sich selber davor der tiefsten Klasse anzugehören. Er ging fort und war frei und glücklich. Jedenfalls in diesem Moment.

In seinem Zimmer regierte der grüne Farbstift weiter im Glauben, die macht nun alleine zu haben. So berichtete es jedenfalls der Legendenerzähler.

Montag, 20. April 2009

Meuterei in Büchlers Garten

"Leinen Los!" schrie der Kapitän. "Leinen sind los!" schrie sein erster Adjudant. Der Kapitän mit einem fetzen Papier auf dem Gartentisch sitzend nickte zustimmend. Der erste Adjudant war zufrieden und liess auch noch das letzte Stück der wunderbar weissen Leinen auf den frisch-grünen Rasen fallen. Der zweite Adjudant, der bisher schweigend im Sandkasten mit dem Messbecher die Wassertiefe elaborierte, stand auf und schrie:"Was befleckst du die Weissheit meiner Mutter?". Dies brachte das Fass zum überlaufen, denn gemäss der physikalischen Grundlage der Wasserverdrängung, überschwappte das Rinsal im hölzernen Eichenfass, dass die tiefen der dächlichen Wasserinne abschloss, aufgrund des Körpers des ersten Adjudanten über.

Der Kapitän, inzwischen zu schweigenden Person in der Szene degradiert, verzog die Mundwinkel, nicht weit, doch ahnte man ein Lächeln über sein Gesicht huschen. Schnell zwar, doch nicht schnell genug, dass der zweit Adjudant, noch in völliger Euphorie über die gelungene Taufe des ersten Adjudanten, mit einem lauten Klatsch das Lächlen fing und begann darauf herumzutrampeln. Der Kapitän, sonst eigentlich die Ruhe selbst, verlor ab dieser Grausamkeit der Folterung seines schadenfohen Glücks die Beherrschung, nahm den Enterhaken vom häuslichen Gasgrill und fing an auf den zweiten Adjudanten einzudreschen, bis der, rot angelaufen und dies nicht nur ab seiner Rage, die langsam in ihm emporstieg, von der Schadenfreude abliess, ihr einen letzten Tritt versetzte und mit Tränen in den Augen zum ausrangierten Weinfass lief.

Beim Fass hatte sich der erste Adjudant seinen Tauchgang erfolgreich abgeschlossen und den Schatz gehoben, der sich auf dem Grund des Fasses befand. Der Stolz und die Freude liess ihn die Boshaftigkeit, sowie das Ungerechte in der Tat des zweiten Adjudanten, vergessen. Er merkte nicht einmal, dass auch er weinerlich war, was, aus beiden Gründen, micht unverständlich gewesen wäre. Er aber, er stand da und jonglierte die Trophäe über seinem Kopf.

Der zweite Ajudant, diesen Szenen rand betretend, kümmerste das kaum. Zu tief waren seine Wunden, zu fest hatte der Kapitän seinen Enterhaken in sein, doch noch so jungens, Herz gerammt. Er verschwand durch das Gartentor.

Der erste Adjudant bemerkte das Dahinscheiden des zweiten in keinster Weise. Er war mit der, wohl durch das Wasser ledernd gewordene Kanonenkugel beschäftigt, so jedenfalls seine Vermutung. Eine Kanonenkugel in seinem gärtlichen Meer, die konnte nur ihm gehören und nur ihm. Diese Tatsache machte ihn glücklich, sehr sogar und mit dieser zweiten Tatsache konfrontierte er den Kapitän.

Dieser hatte sich inzwischen die Hände gewaschen, da er sich die Finger an der Aktion schmutzig gemacht hatte, die aus seiner Sicht einfach sein musste. Auch wenn er genau wusste, dass sein Handeln Folgen haben wird. Er wusste es von den vielen nachmittäglichen Ausflügen vorher, er wusste es zu gnau, dass die Gouvernanten der drei Hauptsitzen sich wieder zusammen schliessen, bearten und Konsequenzen ziehen werden. Mit diesen Flausen im Kopf griff er nochmals zum Enterhaken und durchstiess die Kanonenkugel. Kopflos.

Der erste Adjudant tat es dem zweiten gleich, verletzt durch die Kanonenkugel, seinen Schatz. Der Kapitän vergrub seine Tatwaffe im Sandkasten sass auf den Tisch und wartete ab. Sie werden ihn sowieso erwischen, sie erwischen ihn jedesmal. Er griff zum fetzen Papier, das immer noch auf dem Achterdeck des Gartentischs lag, liess es ein paar Mal durch die Finger gleiten und lass nochmals den Text. "Wäschefirm Sauber und Ganz; Gewinnen sie eine Kreuzfahrt in der Karibik mit ihrem Leinen Los!"

Samstag, 11. April 2009

Himbeermarmelade

Immer wenn sie unglücklich war, immer wenn es ihr schlecht ging, dann kochte sie Himbeermarmelade, um sich wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen. An guten Tagen aber, wenn sie das Glück irgendwo gefunden hatte, dann bestrich sie eine Scheibe Brot mit ihrer selbst gekochten Himbeermarmelade und liess den süsslichen Geschmack auf der Zunge langsam, sowie genussvoll vergehen.

Eines Tages wurde sie krank, schwer krank. An diesem Tag kochte sich drei Gläser.

Einige Zeit später, die Krankheit hatte ihren Tribut gezollt, war ihr letzter Tag gekommen. Langsam, geschwächt und gezeichnet sass sie am Küchentisch. Sie blickte nochmals um sich, sie blickte nochmals in alle ihre Regale mit ihren Himbeermarmeladengläser. Sie seufzte, streckte ihre Hand aus, nahm das Messer uns strich sich ihr letztes Himbeermarmeladenbrot. Das leere Glas stellte sie an ihren Platz zwischen all die anderen, leeren Gläser. Sie lächelte und ass das letzte Stück Himbeermarmeladenbrot.