Elise liebte ihren Hinterhof, sie liebte es nachts, wenn um sie herum alles ruhig war, wenn die Stadt schlief, die Lichter das einziege waren, was im leisen Wind noch flackerte, wenn alles sich der Ruhe hingab, dazusitzen, in ihrem Hinterhof und ihren Blick gegen die Wand zu werfen.
Elise liebte ihren Hinterhof, sie liebte es am Tag, wenn der höllische Lärm der Gesellschaft der Stadt durch die Ummauerung ihres Hinterhofs nur noch am Rande und dumpf in ihr Ohr drang. Sie liebte es im Schattenwurf der aufragenden Wohungen zu liegen, gegen die braunen Dächer zu starren und den Nebelschwaden der aus ihnen rausquoll zu folgen. Sie liebte es ihren Blick gegen den Himmel, in die Unendlichkeit schweifen zu lassen.
Elise liebte ihren Hinterhof, sie liebte ihn in der Sonne, wenn deren Strahlen gleissend auf den Boden des sich 3-dimensional erhebenden Recktecks prasselnden. Sie liebte das Strahlen der Umgebung, wenn die zurückgeworfenen Strahlen wieder ihre Augen erreichten und so als eine Reaktion, die mit einer Art Spiegelung gleichzusetzen war, in ihrem Gesicht hervorriefen. Langsam zuckten in solchen Momenten ihre Mundwinkel. Sie liebte es wenn die Sonne langsam ihre Bahn weit über den Hinterhof zog, wie gerne wäre sie in diesen Augenblicken mitgezogen. Sie liebte es ihren Blick gegen die Sonne zu richten und, als wär sie bereits Blind geworden, in ihr innerstes gekehrt und zurückgezogen, alles bis ins Tiefste in sich einzusaugen.
Elise liebte ihren Hinterhof, sie liebte ihn im Regen, wenn die Tropfen langsam auf seinen schlecht gepflasterten Grund prasselten, wenn aus dem verstopften Kanalsystem der Dachrinnen, die hochoben den Raum zäumten, die Wassermassen wie kleine Wasserfälle in den Hinterhof niedergingen, auf dem Boden aufprallten, um sich wiederum einige Zentimeter zurück in die Luft zu werfen, wieder auf dem Boden zu gelangen, dies zwei oder drei mal, als wäre es ein Stein, der beim Schieferspiel über die Wassoberfläche hüpfte und schliesslich im Abwasserkanal, der den Hof zentrierte langsam zu versickern. Elise liebte es ihren Blick in den Pfützen schwimmen zu lassen, bis er mit dem Wasser im Boden versank.
Elise liebte ihren Hinterhof, sie liebte es darin alleine einzuschlafen, alleine aufzuwachen, alleine zu essen, alleine ihren Gedanken nachzuhangen, alleine zu vermissen, alleine zu plangen, alleine zu warten und warten... Elise liebte es ihren Blick durch ihren Hinterhof wandern zu lassen und all die verschiedenen Facetten zu besuchen, die sich über all die Jahre aufgetürmt hatten, um dann zu einem gewissen Teil wieder in sich zusammenzusacken,immer und immer wieder.
Elise erschien eines Tages nicht mehr in ihrem Hinterhof, nie wieder. Die Jahre waren damals dahin gezogen, lange schon. Und mit ihrer plötzlichen Abwesnheit fielen auch keine Blicke mehr in den Raum. Kein schweifen, kein richten, kein schwimmen lassen und kein werfen war von da an mehr auszumachen. Und mit Elise ging auch der Hinterhof, denn ohne dass ihn jemand sah, konnte niemand genau sagen obs ihn je gegeben hatte.
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Mittwoch, 19. Mai 2010
Mittwoch, 28. April 2010
von der Linie und vom Kreis (oder von neuen Ausrichtungen des Lebens)
Die Linie war im grundegenommen schnurgerade, eigentlich hab es an ihr nichts auszusetzen, sie war straff, verlief immer demselben Punkt vor Augen einem Ziel folgend in dieselbe Richtung. Immer und immer wieder, so schien es jedenfalls. Die Linie war nicht sonderlich auffällig, doch war sie trotzdem aufgrund ihrer geradlinigen Art in ihrer Weise markant. Dinge, welche sie anmerkenwollte, zeigte sie gerade aus, Dinge, welche sie hervorheben wollte, unstrich sie mit einem schlichten, aber deutlichen geradem Strich und Dinge, die ihr unwichtig erschieden, die ignorierte sie mit einer ihrer ersten, geraden Linien einfach. Die Linie war im grundegenommen schnurgerade, und eigentlich, eigentlich gab es an ihr überhaupt nichts ausszusetzen.
Das Leben der Linie verlief in einer Bahn, demselben Grund und Zielpunkt folgend, die ganze Zeit. Das Leben der Linie zeigte keine Abweichung, zeigte keine auch nur winzigste Veränderung in der eingeschlagenen Richtung. Dieser schlichte, aber für sie wichtige Linienzug gab ihr Sicherheit. Die Linie wusste so immer woher sie kam und wohin sie zugehen hatte, sie kannte an jeder Stelle ihre Vergangenheit und Zukunft und sie wusste, wohin sie gehen wollte oder wohin sie mit ihrer markanten Schlichtheit geführt wurde.
Der Kreis war im grundgenommen ein perfektes Rund, eigentlich gab es an ihm nichts auszusetzen, sein Kurve war perfekt gewölbt, verlief in der exakten Kreisbahn, um immer und immer wieder sein Ende, beziehungsweise seinen Anfang vor Augen zu halten, so schien es Jedenfalls. Der Kreis war nicht sonderlich markant, doch war er trotzdem aufgrund seiner kreisrunden Masse auffällig. Bei Dingen, welche er anmerken wollte, drehte er sich im Kreis, Dinge, welche er hervorheben wollte, umkreiste er elegant und Dinge, die ihm unwichtig waren, liess er überhaupt nicht in seinen Kreis.
Das Leben des Kreises verlief im Kreis, immer wieder seinem Anfang, beziehungsweise Ende folgend und somit von Neuem beginnend, die ganze Zeit. Der Kreis zeigte keine, auch nur winzigste Veränderung in der eingeschlagenen Richtung. Diese schlichte, aber für ihn wichtige Kreislinie gab im Sicherheit. Der Kreis wusste somit immer, was in im nächsten Augenblick erwartete, was ihm wiederfahren ist und was ihm noch wiederfahren wird. Er kannte seine Zukunft und seine Vergangenheit, und wusste, das Vergangenes im Augenblick nach dem Moment in der es geschaffen wurde wieder Zukunft geworden ist
Viele Jahren zogen Linie und Kreise auf diese Weise seinen Kreis und ihre Linie, bis die Linie eines Tages an den Kreis stiess, ihn aufbrach und beide zu einem Ganzen verflossen. Zu einem Ganzen mit verschiedenartiger Vergangenheit, einer Gegenwart, die immer wieder eine neue Richtung einschlug und einer ungewissen Zukunft.
Das Leben der Linie verlief in einer Bahn, demselben Grund und Zielpunkt folgend, die ganze Zeit. Das Leben der Linie zeigte keine Abweichung, zeigte keine auch nur winzigste Veränderung in der eingeschlagenen Richtung. Dieser schlichte, aber für sie wichtige Linienzug gab ihr Sicherheit. Die Linie wusste so immer woher sie kam und wohin sie zugehen hatte, sie kannte an jeder Stelle ihre Vergangenheit und Zukunft und sie wusste, wohin sie gehen wollte oder wohin sie mit ihrer markanten Schlichtheit geführt wurde.
Der Kreis war im grundgenommen ein perfektes Rund, eigentlich gab es an ihm nichts auszusetzen, sein Kurve war perfekt gewölbt, verlief in der exakten Kreisbahn, um immer und immer wieder sein Ende, beziehungsweise seinen Anfang vor Augen zu halten, so schien es Jedenfalls. Der Kreis war nicht sonderlich markant, doch war er trotzdem aufgrund seiner kreisrunden Masse auffällig. Bei Dingen, welche er anmerken wollte, drehte er sich im Kreis, Dinge, welche er hervorheben wollte, umkreiste er elegant und Dinge, die ihm unwichtig waren, liess er überhaupt nicht in seinen Kreis.
Das Leben des Kreises verlief im Kreis, immer wieder seinem Anfang, beziehungsweise Ende folgend und somit von Neuem beginnend, die ganze Zeit. Der Kreis zeigte keine, auch nur winzigste Veränderung in der eingeschlagenen Richtung. Diese schlichte, aber für ihn wichtige Kreislinie gab im Sicherheit. Der Kreis wusste somit immer, was in im nächsten Augenblick erwartete, was ihm wiederfahren ist und was ihm noch wiederfahren wird. Er kannte seine Zukunft und seine Vergangenheit, und wusste, das Vergangenes im Augenblick nach dem Moment in der es geschaffen wurde wieder Zukunft geworden ist
Viele Jahren zogen Linie und Kreise auf diese Weise seinen Kreis und ihre Linie, bis die Linie eines Tages an den Kreis stiess, ihn aufbrach und beide zu einem Ganzen verflossen. Zu einem Ganzen mit verschiedenartiger Vergangenheit, einer Gegenwart, die immer wieder eine neue Richtung einschlug und einer ungewissen Zukunft.
Montag, 1. Dezember 2008
Die neue unendliche Geschichte (oder von der Abwesenheit und Hilflosigkeit eines endlichen Gedankens)
Eigentelich war es die Groteske der Situation, die Lenas Welt aus dem Gleichgewicht brachte, sicher war sie sich dabei aber nicht. Sie sass einfach nur da, sass da und wartete ab. Die Nacht um sie herum, so dunkel und tief diese auch schien, so schwer und düster sie auf der Welt lastete, sie nahm sie in diesem Moment nicht mehr wahr. Das Feuer vor ihr knisterte und tauchte die unmittelbare Umgebung in eine Mischung aus wärmender Nähe und lohender Spannung. Sie blickte ihn an, es blickte sie an, denn es war grundsätzlich nicht genau zu bestimmen, ob man dem, was da ihr gegenüber sass, auch wirklich eine spezifische Geschlechtsbezeichnung geben konnte, auch wenn einige Attribute vorhanden gewesen wären, die doch einen mehr oder weniger wagen Schluss zuliessen. Stille. Sie und es sassen am Feuer.
Die Hemschwelle schien einer Felswand zu gleichen, schien nur für geübte Bergsteiger zu beklimmen, schien, jedenfalls damals, für sie sogar nur durch das Versetzten zu überwinden, darum zögerte sie noch. Berge versetzten. Es war und ist auch heute noch ein Gewaltsakt, obwohl die Gewalt dabei nur auf massiven Grund und nicht gegen Wesen und Leben gerichtet ist. Sie brauchte dafür ihre Kräfte, braucht dafür die nötige Unterstützung, brauchte Mitgefühl, brauchte Nähe, brauchte ihn. Doch er war nicht da. Sie versuchte es nicht einmal. Sie machte keine Bewegung. sie war starr. Stille. Sie, alleine, sass vor dieser Schwelle.
Klamheimlich, aber harmlos, entsprungen aus dem nichts, so schien es und doch irgendwo entstanden, so musste es sein, aus herkömmlichen und vernünftigen Argumenten zu schliessen, aus der Realität zu ergründen und aus dem Wissen zu entnehmen, war es, ahnungslos der Folgenschwere des eigenen Tuns, von dort gekommen, wo es eigentlich bleiben sollte oder jedenfalls wollte, ohne dies aber genau zu fühlen und zu wissen aufgrund des erst durch den eben erlebten Effekt entstandenen Bewussxtseins auf dessen Seite. Tatsache war, es war nun da, klamheimlich, aber harmlos, so schien es, daraus gekommen. Stille. Es und das Andere sassen in diesem purpurnen See.
ist in bälde hinfort zusetzten
Die Hemschwelle schien einer Felswand zu gleichen, schien nur für geübte Bergsteiger zu beklimmen, schien, jedenfalls damals, für sie sogar nur durch das Versetzten zu überwinden, darum zögerte sie noch. Berge versetzten. Es war und ist auch heute noch ein Gewaltsakt, obwohl die Gewalt dabei nur auf massiven Grund und nicht gegen Wesen und Leben gerichtet ist. Sie brauchte dafür ihre Kräfte, braucht dafür die nötige Unterstützung, brauchte Mitgefühl, brauchte Nähe, brauchte ihn. Doch er war nicht da. Sie versuchte es nicht einmal. Sie machte keine Bewegung. sie war starr. Stille. Sie, alleine, sass vor dieser Schwelle.
Klamheimlich, aber harmlos, entsprungen aus dem nichts, so schien es und doch irgendwo entstanden, so musste es sein, aus herkömmlichen und vernünftigen Argumenten zu schliessen, aus der Realität zu ergründen und aus dem Wissen zu entnehmen, war es, ahnungslos der Folgenschwere des eigenen Tuns, von dort gekommen, wo es eigentlich bleiben sollte oder jedenfalls wollte, ohne dies aber genau zu fühlen und zu wissen aufgrund des erst durch den eben erlebten Effekt entstandenen Bewussxtseins auf dessen Seite. Tatsache war, es war nun da, klamheimlich, aber harmlos, so schien es, daraus gekommen. Stille. Es und das Andere sassen in diesem purpurnen See.
ist in bälde hinfort zusetzten
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